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WordPress-Wartungsvertrag: Was Wartung umfasst und was der Vertrag regeln sollte

Was zu einer WordPress-Wartung gehört, welche PHP-Version aktuell unterstützt wird, was das BFSG verlangt und welche Punkte ein Wartungsvertrag regeln sollte.

26. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Fünf Schritte einer WordPress-Wartung: Backup anlegen, Updates einspielen, Seite prüfen, überwachen, dokumentieren.

Ein WordPress-Wartungsvertrag legt fest, wer WordPress, Plugins und Theme aktuell hält, Backups anlegt und testet, die Website überwacht und im Fehlerfall reagiert, und zu welchen Bedingungen das geschieht. Entscheidend sind sechs Punkte: Leistungsumfang, Update-Rhythmus, Reaktionszeiten, Backup-Aufbewahrung, Haftung bei fehlerhaften Updates und Kündigungsfrist.

Was eine WordPress-Wartung umfasst

Core-, Plugin- und Theme-Updates

WordPress spielt kleine Core-Updates von selbst ein. Laut >WordPress-Dokumentation sind automatische Updates für Minor-Releases (Wartungs- und Sicherheitsreleases) und Übersetzungsdateien standardmäßig aktiv. Neue Installationen aktualisieren seit WordPress 5.6 auch Major-Releases automatisch, bestehende Installationen behalten ihr bisheriges Verhalten, solange das nicht aktiv geändert wird.

Bei Plugins und Themes ist die Lage anders. Seit WordPress 5.5 lassen sich >Auto-Updates für Plugins und Themes im Admin-Bereich je Plugin oder Theme ein- und ausschalten. Ohne diese Einstellung passieren sie laut >Dokumentation nur in Sonderfällen, nämlich wenn das WordPress-Sicherheitsteam über die WordPress.org-API kritische Schwachstellen patcht.

Ein automatisches Update ersetzt keine Wartung. Es prüft nicht, ob danach Kontaktformular, Layout oder Shop-Kasse noch funktionieren. Genau diese Kontrolle nach dem Update ist der Kern einer Wartung. Das gilt auch für Seiten, die mit einem Page-Builder wie Elementor gebaut sind, denn dieser hat einen eigenen Update-Zyklus.

PHP-Version

Auch die PHP-Version gehört in den Wartungsvertrag. Laut >php.net (Abruf 26.10.2026) werden aktuell die Zweige 8.2 bis 8.5 unterstützt:

PHP-Zweig Erstveröffentlichung Aktiver Support bis Sicherheitsupdates bis
8.2 08.12.2022 31.12.2024 31.12.2026
8.3 23.11.2023 31.12.2025 31.12.2027
8.4 21.11.2024 31.12.2026 31.12.2028
8.5 20.11.2025 31.12.2027 31.12.2029

Stand: Abruf php.net am 26.10.2026.

>WordPress empfiehlt (Abruf 26.10.2026) PHP 8.3 oder höher sowie MariaDB 10.11 oder höher bzw. MySQL 8.0 oder höher. Eine Seite, die noch auf PHP 8.2 läuft, bekommt demnach nur noch bis zum Jahresende Sicherheitsupdates. Ein Wartungsvertrag sollte deshalb regeln, wer ein PHP-Upgrade vorbereitet, testet und durchführt.

Backups und Restore-Test

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn sich die Seite daraus wiederherstellen lässt. Das BSI schreibt im Baustein >CON.3 Datensicherungskonzept: Werden Daten regelmäßig gesichert, gewährleistet dies nicht automatisch, dass sie sich auch problemlos wiederherstellen lassen. Fehlende Wiederherstellungstests führt das BSI dort ausdrücklich als Gefährdung auf, und es verlangt, Datensicherungen auf separaten Speichermedien zu speichern.

Für eine WordPress-Wartung heißt das: Dateien und Datenbank werden vor jedem Eingriff gesichert, die Sicherung liegt getrennt vom Webserver, und die Wiederherstellung wird getestet. Mehr zum Aufbau einer Sicherungsstrategie steht in unserem Beitrag zur 3-2-1-Regel.

Sicherheitsupdates

Die WordPress-Projektseite zur >Sicherheit hält fest, dass offiziell nur die jeweils aktuelle WordPress-Version unterstützt wird. Das Sicherheitsteam portiert Fixes zwar als Kulanz auch in ältere Versionen, damit diese per Auto-Update kritische Korrekturen erhalten. Verlassen sollte man sich darauf nicht. Ein Wartungsvertrag sollte deshalb festlegen, in welcher Frist nach Erscheinen eines Sicherheitsupdates eingespielt wird.

Uptime-Überwachung

Eine Überwachung prüft in festen Abständen, ob die Seite erreichbar ist, das Zertifikat gültig ist und die Startseite ohne Fehler lädt. Vertraglich relevant sind das Prüfintervall, der Meldeweg und die Frage, wer bei einem Ausfall wann tätig wird.

Barrierefreiheit (BFSG)

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) berührt die Wartung, wenn über die Website Verträge mit Verbrauchern geschlossen werden. Der Gesetzestext sagt dazu:

  • Geltungsbereich: Nach >§ 1 Abs. 3 Nr. 5 BFSG gilt das Gesetz für „Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr“, die für Verbraucher nach dem 28. Juni 2025 erbracht werden.
  • Definition: >§ 2 Nr. 26 BFSG beschreibt diese Dienstleistungen als digitale Dienste, die über Webseiten und mobile Anwendungen angeboten werden und elektronisch sowie auf individuelle Anfrage eines Verbrauchers im Hinblick auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags erbracht werden.
  • Pflicht: Nach >§ 3 Abs. 1 BFSG müssen diese Dienstleistungen barrierefrei sein, also für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar.
  • Ausnahme: Nach >§ 3 Abs. 3 BFSG gilt Absatz 1 nicht für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten. Ein Kleinstunternehmen beschäftigt nach >§ 2 Nr. 17 BFSG weniger als zehn Personen und erzielt entweder höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder hat höchstens 2 Millionen Euro Jahresbilanzsumme.

Für den Wartungsvertrag folgt daraus eine Klärungsfrage: Fällt der Webshop oder das Buchungssystem unter das BFSG, und wer prüft nach Plugin- und Theme-Updates, ob Bedienung und Struktur noch den Anforderungen entsprechen? Das BFSG ist ein deutsches Gesetz. Zur Lage von Anbietern in der Schweiz gehen wir hier nicht ein.

Checkliste: Was ein Wartungsvertrag regeln sollte

  1. Leistungsumfang: Welche Systeme sind erfasst (Core, Plugins, Theme, Page-Builder, PHP, Datenbank)? Sind Inhaltsänderungen, Fehlerbehebung und Support enthalten oder nur Updates? Welche Plugins mit eigener Lizenz laufen mit?
  2. Update-Rhythmus: Wie oft wird aktualisiert, und in welcher Frist werden Sicherheitsupdates eingespielt? Wer testet danach welche Funktionen (Formulare, Shop-Kasse, Mehrsprachigkeit)?
  3. Reaktionszeiten: Bis wann wird auf eine Störungsmeldung reagiert, und bis wann soll sie behoben sein? Gelten die Zeiten nur an Werktagen oder rund um die Uhr?
  4. Backup-Aufbewahrung: Wie oft wird gesichert, wie lange werden Sicherungen vorgehalten, wo liegen sie, und wie oft wird die Wiederherstellung getestet?
  5. Haftung bei Update-Fehlern: Was passiert, wenn ein Update die Seite beschädigt? Wird auf den gesicherten Stand zurückgesetzt, wer trägt den Aufwand, und wie wird mit nicht kompatiblen Plugins umgegangen?
  6. Laufzeit und Kündigungsfrist: Wie lange läuft der Vertrag, und wie kann er beendet werden? Wer übergibt bei Ende des Vertrags Zugänge und Dokumentation?

Die Rechtsfolgen etwa bei Haftung und Kündigung hängen von der konkreten Vertragsgestaltung ab. Lassen Sie den Vertrag im Zweifel juristisch prüfen.

Was Wartung kostet

Feste Marktpreise gibt es nicht. Wir haben deshalb nur Anbieter aufgenommen, die ihre Preise öffentlich auf der eigenen Seite nennen, und die Angaben am 26.10.2026 geprüft. Die Pakete sind nicht eins zu eins vergleichbar, weil Umfang und Hosting-Anteil unterschiedlich sind.

Anbieter Paket Preis laut Anbieterseite Hinweis
>Kopf & Stift (DE) Basis / Business / Shop 25 € / 42 € / 124 € pro Monat bei Jahreszahlung; 30 € / 50 € / 149 € bei monatlicher Zahlung netto zzgl. MwSt.; Hosting und Plugin-Lizenzen laufen separat; Backups 30 Tage (Basis) bzw. 90 Tage (Business) verfügbar; monatlich kündbar
>VCAT Consulting (DE) Small Business / Business 95 € / 238 € pro Monat (ohne Hosting-Vertrag bei VCAT); 1.083 € / 2.571 € pro Jahr bei Jahreszahlung netto zzgl. USt.; Mindestlaufzeit 12 Monate; kalkuliert mit 1 bis 2 Stunden pro Monat, Mehraufwand nach Aufwand
>reci.ch (CH) Basic / Professional / Enterprise CHF 135 / 245 / 655 pro Monat Angabe zu Netto/Brutto auf der Seite nicht erkennbar
>beyondweb.ch (CH) Essential / Pro / Enterprise CHF 80 / 120 / ab 480 pro Monat; CHF 960 / 1.440 / ab 5.760 bei jährlicher Abrechnung Paket enthält laut Seite Server in Zürich und tägliche Cloud-Backups; Onboarding ab CHF 540 einmalig

Stand: Anbieterseiten am 26.10.2026 abgerufen. Preise können sich ändern; maßgeblich ist die jeweilige Seite.

Die Tabelle zeigt, was den Preis treibt. Die Anbieter staffeln nach Komplexität der Seite (einfache Firmenseite, mehrsprachig, Shop), nach Backup-Aufbewahrung, nach Reaktionszeit und danach, ob Hosting im Paket steckt. Bei Kopf & Stift steigt etwa der Update-Rhythmus von monatlich (Basis) über alle 7 Tage (Business) bis täglich (Premium), und die Backup-Verfügbarkeit von 30 Tagen über 90 Tage bis 12 Monate. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb zuerst den Leistungsumfang gegenüberstellen und erst dann die Preise.

Wenn Sie Unterstützung möchten

Wir betreuen WordPress-Websites, auch mit Elementor, im Rahmen unserer Website-Wartung; Anfragen erfassen wir als Ticket, den Aufwand schätzen wir vor der Beauftragung ein, und abgerechnet wird erst nach Abnahme. Ein Beispiel für die Fehlersuche an einer WordPress-Seite beschreiben wir im Beitrag zur srcset-Lücke. Kunden in der Schweiz betreut „Bitblade Schweiz – Sobiera“, ein eigenständiges Einzelunternehmen mit Sitz in Rafz (ZH), mehr dazu unter /ch/leistungen/; Kontakt: /#kontakt.

Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Was kostet eine WordPress-Wartung?

Das hängt vom Umfang ab. Die vier öffentlich einsehbaren Preislisten, die wir am 26.10.2026 geprüft haben, beginnen bei 25 € netto pro Monat (Kopf & Stift, bei Jahreszahlung) bzw. CHF 80 pro Monat (beyondweb) und reichen bis 149 € bzw. CHF 655 pro Monat für Shops und Enterprise-Pakete.

Aktualisiert sich WordPress automatisch?

Kleine Core-Updates (Wartungs- und Sicherheitsreleases) und Übersetzungsdateien werden laut WordPress-Dokumentation standardmäßig automatisch eingespielt. Für Plugins und Themes gibt es seit WordPress 5.5 einen Schalter für Auto-Updates, standardmäßig passieren sie nur in Sonderfällen.

Welche PHP-Version sollte eine WordPress-Seite nutzen?

WordPress empfiehlt PHP 8.3 oder höher (Stand 26.10.2026). Laut php.net erhält PHP 8.2 nur noch bis 31.12.2026 Sicherheitsupdates, PHP 8.3 bis 31.12.2027.

Was sollte in einem WordPress-Wartungsvertrag stehen?

Leistungsumfang, Update-Rhythmus, Reaktionszeiten, Backup-Aufbewahrung samt Restore-Test, Vorgehen und Haftung bei fehlerhaften Updates sowie Laufzeit und Kündigungsfrist.

Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für eine Website?

Das BFSG gilt für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die nach dem 28. Juni 2025 für Verbraucher erbracht werden. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen.

Quellen

  1. >WordPress Advanced Administration Handbook: Configuring Automatic Background Updates, abgerufen 26.10.2026
  2. >WordPress 5.5 „Eckstine“ (WordPress News), abgerufen 26.10.2026
  3. >WordPress.org: Security, abgerufen 26.10.2026
  4. >WordPress.org: Requirements, abgerufen 26.10.2026
  5. >PHP: Supported Versions, abgerufen 26.10.2026
  6. >BSI IT-Grundschutz-Kompendium, CON.3 Datensicherungskonzept (Edition 2023), abgerufen 26.10.2026
  7. >BFSG § 1 Zweck und Anwendungsbereich, abgerufen 26.10.2026
  8. >BFSG § 2 Begriffsbestimmungen, abgerufen 26.10.2026
  9. >BFSG § 3 Allgemeine Anforderungen, Verordnungsermächtigung, abgerufen 26.10.2026
  10. >Kopf & Stift: WordPress-Wartung (Preise), abgerufen 26.10.2026
  11. >VCAT Consulting: Wartung WordPress 2026 (PDF), abgerufen 26.10.2026
  12. >reci.ch: Wartungspakete WordPress, abgerufen 26.10.2026
  13. >beyondweb.ch: WordPress-Wartung, abgerufen 26.10.2026