Teams Telefonie in der Schweiz: Drei Wege ins Telefonnetz
Teams Phone braucht eine Zusatzlizenz und einen Weg ins Telefonnetz. Wir vergleichen Calling Plan, Operator Connect und Direct Routing für die Schweiz.
Für Telefonie in Microsoft Teams braucht jeder telefonierende Benutzer zwei Dinge: eine Teams-Phone-Lizenz und einen Weg ins öffentliche Telefonnetz. Wir stellen drei Wege vor: Microsoft Calling Plans (Microsoft ist der Telefonanbieter), Operator Connect (ein von Microsoft zertifizierter Betreiber) und Direct Routing (eigener oder vorhandener Anbieter über einen Session Border Controller). Microsoft nennt daneben weitere Optionen wie Teams Phone Mobile und Shared Calling. Alternativ lässt sich eine eigenständige Telefonanlage wie 3CX mit Teams verbinden.
Die Lizenz: Teams Phone
Teams-Nutzer können innerhalb der eigenen Organisation per VoIP telefonieren. Für klassische Telefonie braucht es laut >Microsoft eine separate Add-on-Lizenz: «Teams Phone Standard» liefert die Anlagenfunktionen (Cloud-Voicemail, Rufumleitung, Rufweiterleitung, Auto Attendants, Warteschlangen, Anruferkennung). Wer extern telefonieren will, braucht zusätzlich eine Anbindung ans Telefonnetz (PSTN).
Ist Teams Phone in Microsoft 365 Business Premium enthalten? Nein. Die Microsoft-Übersicht listet Business Basic, Standard und Premium als Abonnements, zu denen sich Teams Phone hinzubuchen lässt. Inbegriffen ist es nicht. Zur Wahl stehen die Lizenz «Teams Phone Standard» mit einer separaten Anbindung oder ein Bündel aus Teams Phone und Calling Plan.
Weg 1: Microsoft Calling Plan
Beim Calling Plan ist Microsoft der Telefonanbieter. Laut >Microsoft lässt sich ein Calling Plan erst kaufen, wenn Teams-Phone-Lizenzen vorhanden sind, oder als Bündel aus Teams Phone und Calling Plan. Die Schweiz ist in der Länderliste des Domestic Calling Plans und der Pay-As-You-Go-Zone 2 aufgeführt.
Die >Verfügbarkeitsseite für die Schweiz (von Microsoft zuletzt am 8. Mai 2024 aktualisiert) nennt:
- Calling Plans sind in der Schweiz kaufbar, mit den Tarifen Pay-As-You-Go, Domestic (120 oder 1200 Minuten) und International (1200 Minuten national oder 600 Minuten international, je nachdem, was zuerst erreicht wird).
- Ausgehende Anrufe sind in 196 Länder möglich.
- Anrufe zu Premium-Nummern werden derzeit nicht unterstützt.
Zu den Rufnummern hält die >Seite zur Nummernverwaltung Schweiz fest: Neue Nummern sind in bis zu 4 Werktagen verfügbar, wenn sie vorrätig sind, und in bis zu 90 Werktagen, wenn sie bestellt werden müssen. Mobilnummern sind nicht erhältlich. Die Portierung bestehender Nummern dauert 10 bis 30 Werktage. Für nicht geografische Nummern wird ein Zuteilungsdokument des BAKOM benötigt, und eine Teilportierung ist je nach bisherigem Anbieter möglich, wobei der Auftrag mindestens 10 Nummern umfassen muss.
Weg 2: Operator Connect
Bei >Operator Connect betreibt ein von Microsoft zertifizierter Betreiber den Telefonanschluss. Die Verwaltung der Benutzer und Nummern erfolgt im Teams Admin Center. Laut Microsoft eignet sich der Weg, wenn eine verwaltete Anbindung ohne eigene Session Border Controller gewünscht ist oder wenn man mit einem bestehenden Betreiber weiterarbeiten will, der Operator Connect anbietet. Voraussetzungen sind eine Teams-Phone-Lizenz und ein zertifizierter Betreiber, der im Einsatzland verfügbar ist.
Welche Betreiber das sind, zeigt das >Operator Directory von Microsoft. Mit dem Länderfilter «Switzerland» lassen sich dort die Betreiber anzeigen, die Operator Connect in der Schweiz anbieten; Microsoft verweist in der >Planungsanleitung auf dieses Verzeichnis, um teilnehmende Betreiber, ihre Dienste und Regionen zu prüfen. Peoplefone etwa hat im Oktober 2022 mitgeteilt, offizieller Operator-Connect-Anbieter für Microsoft Teams zu sein (>Medienmitteilung peoplefone, PDF). Prüfen Sie vor einer Entscheidung im Verzeichnis, welche Nummern, Tarife und Regionen der gewünschte Betreiber tatsächlich abdeckt.
Weg 3: Direct Routing
>Direct Routing verbindet Teams Phone über einen vom Kunden betriebenen, von Microsoft zertifizierten Session Border Controller (SBC) mit dem Telefonnetz. Microsoft nennt als Einsatzfälle: ein bestehender Telefonanbieter, die Anbindung von Drittanlagen oder Analoggeräten und mehr Kontrolle über die Telefonie. Direct Routing lässt sich im selben Tenant neben Calling Plan und Operator Connect einsetzen.
Zu den Voraussetzungen zählen laut Microsoft ein zertifizierter SBC, mindestens ein Telefon-Trunk, eine verifizierte Domain im Microsoft-365-Tenant (nicht *.onmicrosoft.com), eine öffentliche IP-Adresse, ein SBC-FQDN mit öffentlichem DNS-Eintrag sowie ein vertrauenswürdiges Zertifikat. Die Nutzer brauchen Teams und Teams Phone. Microsoft unterstützt Direct Routing nur mit >zertifizierten Geräten; neue Zertifizierungen werden bis auf Weiteres nicht angenommen.
Vergleich der drei Wege
| Calling Plan | Operator Connect | Direct Routing | |
|---|---|---|---|
| Telefonanbieter | Microsoft | Zertifizierter Betreiber | Frei wählbarer Anbieter |
| Eigener SBC nötig | Nein | Nein | Ja, von Microsoft zertifiziert |
| Lizenz | Teams Phone plus Calling Plan (auch als Bündel) | Teams Phone | Teams Phone |
| Verfügbarkeit Schweiz | Laut Microsoft ja | Betreiber laut Verzeichnis | Je nach Anbieter und SBC |
| Verwaltung | Teams Admin Center | Teams Admin Center | Teams Admin Center und SBC |
Stand: Microsoft-Dokumentation und Operator Directory, Abruf am 26.10.2026.
Notruf in der Schweiz
Jeder Calling-Plan-Benutzer ist laut >Microsoft automatisch für Notrufe freigeschaltet und braucht eine registrierte Notfalladresse zur zugewiesenen Rufnummer. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika ist der Notfallstandort erforderlich, wenn die Nummer von Microsoft 365 bezogen oder von einem anderen Anbieter übertragen wird. Für die Schweiz beschreibt Microsoft: Notrufe hängen von der Adresse des Anrufers ab. Die zur Nummer registrierte Adresse liegt in einer nationalen Notfalldatenbank, und die Notrufzentrale schlägt sie anhand der Rufnummer nach.
Bei Operator Connect und Direct Routing ist die Einrichtung anders. Laut >Microsoft erfordert Direct Routing eigene Regeln für das Routing von Notrufen, bei den übrigen Anbindungen übernimmt der Betreiber einen grossen Teil der Konfiguration. Notfalladressen sollten deshalb vor dem Start vollständig und validiert gepflegt sein, und der Notruf gehört in jeden Abnahmetest.
Vor dem Start: Reihenfolge und Stolpersteine
Aus der Microsoft-Dokumentation ergibt sich eine sinnvolle Reihenfolge:
- Lizenzen klären: Jeder Benutzer, der extern telefonieren soll, braucht Teams Phone. Beim Calling Plan bestimmt laut >Microsoft der Standort der Benutzerlizenz das Land, nicht die Rechnungsadresse der Organisation. Mit gleichem Calling Plan im gleichen Land teilen sich die Benutzer einen Minutenpool.
- KYC früh anstossen: Vor dem Erwerb oder der Portierung von Nummern ist zu prüfen, ob für das Zielland eine Know-Your-Customer-Freigabe nötig ist. Microsoft schreibt, die meisten Prüfungen seien innert drei Werktagen abgeschlossen, und empfiehlt, sie früh zu erledigen.
- Nummernweg wählen: Neue Nummern oder Portierung (siehe oben). Portierungen finden laut Microsoft nur montags bis freitags zwischen 08:00 und 17:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, Änderungen und Stornierungen müssen 2 Werktage vor dem Termin beantragt werden.
- Voraussetzungen im Tenant prüfen: Bei Operator Connect müssen die Benutzer laut Microsoft im Modus «Teams Only» konfiguriert sein, und Netzwerk und Firewall müssen die Teams-Anforderungen erfüllen.
- Notfalladressen pflegen und den Notruf testen, bevor die Benutzer produktiv telefonieren.
Alternative: 3CX mit Teams-Anbindung
Wer bereits eine Telefonanlage betreibt oder Teams nicht als Telefonanlage nutzen will, kann beides koppeln. Laut >3CX bietet die 3CX AI Edition ab 16 gleichzeitigen Gesprächen eine Teams-Direct-Routing-Integration, mit der Teams-Benutzer mit 3CX-Benutzern telefonieren können. Voraussetzungen laut 3CX sind unter anderem ein SSL-Zertifikat einer von Microsoft zugelassenen Zertifizierungsstelle, eine eingerichtete Microsoft-365-Integration, Rufnummern im E.164-Format und eine für Teams registrierte Domain. Der Teams-FQDN darf nicht auf *.onmicrosoft.com lauten, und der Port 5062 (in manchen Fällen 5061) muss in der Firewall offen sein. Für die Lizenzen verweist 3CX auf die aktuellen Microsoft-Regeln, die je nach Region unterschiedlich sind.
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Häufige Fragen
Ist Teams Phone in Microsoft 365 Business Premium enthalten?
Nein. Laut Microsoft braucht Teams Phone eine separate Add-on-Lizenz (Teams Phone Standard). Business Premium gehört zu den Teams-Abonnements, zu denen sich diese Lizenz hinzubuchen lässt.
Gibt es Microsoft Calling Plans in der Schweiz?
Ja. Microsoft führt die Schweiz bei den Calling Plans als verfügbar auf, mit Pay-As-You-Go-, Domestic- und International-Tarifen. Premium-Nummern werden laut Microsoft nicht unterstützt.
Kann man die bestehende Telefonnummer zu Teams mitnehmen?
Ja, Rufnummern lassen sich portieren. Microsoft nennt für die Schweiz 10 bis 30 Werktage. Eine Teilportierung verlangt mindestens 10 Nummern.
Was ist Direct Routing?
Direct Routing verbindet Teams Phone über einen vom Kunden betriebenen, von Microsoft zertifizierten Session Border Controller (SBC) mit dem Telefonnetz. Es braucht ebenfalls eine Teams-Phone-Lizenz.
Welche Schweizer Betreiber bieten Operator Connect an?
Das zeigt das >Operator Directory von Microsoft mit dem Länderfilter Schweiz. Massgeblich ist das Verzeichnis, weil es sich ändert. Peoplefone etwa hat im Oktober 2022 >mitgeteilt, offizieller Operator-Connect-Anbieter für Teams zu sein.
Quellen
- >Microsoft Learn: Microsoft Teams add-on licenses
- >Microsoft Learn: Calling Plans for Microsoft Teams
- >Microsoft Learn: Availability in Switzerland
- >Microsoft Learn: Phone number management for Switzerland
- >Microsoft Learn: Plan for Operator Connect
- >Microsoft Partner: Operator Directory
- >Microsoft Learn: Plan Direct Routing
- >Microsoft Learn: Session Border Controllers certified for Direct Routing
- >Microsoft Learn: Manage emergency calling
- >Microsoft Learn: Emergency calling considerations for Calling Plans
- >3CX: Configuring Microsoft Teams Direct Routing
- >peoplefone: Medienmitteilung Operator Connect für Microsoft Teams (27.10.2022, PDF)